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Martinsbrezel

Die Brezel (lat. precedella) ist heute kaum mehr ein seltenes Festtagsgebäck, auch wenn sie vornehmlich an Festtagen gehäuft auftritt. Am Beginn unseres Jahrhunderts war der „Brezelbäck“, der auf einer langen Stange seine Brezeln zum Verkauf anbot, keine Seltenheit. Noch heute, am Sonntag „Laetare“, werden in Rheinhessen und in der Pfalz traditionell Sommertagsumzüge durchgeführt, bei denen auf buntgeschmückten „Stecken“ die „Sommertagsbrezeln“ mitgetragen und anschließend verzehrt werden. Die Geschichte der Brezel (vielleicht abgeleitet von „brachia“ oder „bracciola“: verschlungene Arme/Ärmchen) reicht weit in das Dunkel der Vergangenheit zurück. Die wahrscheinlich in vorchristlicher Zeit zu kultischen Zwecken als Opfergebäck und Grabbeigabe, hergestellten Salz- und Laugenbrezeln wurden vom Christentums adaptiert.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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