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Martinshörnchen

Die ältere Brauchtumsforschung argumentiert: Von Martin werde erzählt, er habe als Soldat Wotans Mantel getragen. Deshalb verspeise man zu Ehren des Heiligen auch Martinshörnchen aus Hefeteig oder Mürbeteig, deren Hufeisenform an Wotans Ross erinnern solle. Ob sichelförmiges Gebäck tatsächlich als rituelles Opfergebäck auf Wotan zurückzuführen ist oder ob diese Gebäckform im Altertum über aus dem Orient über Vorderasien, Ägypten oder Griechenland in den Okzident gelangte, scheint fraglich. Croissants sind nach einer - natürlich unbewiesenen - Legende erstmals zur Zeit der türkischen Belagerung in Wien gebacken worden und mit der Habsburger Prinzessin Marie Antoinette, die den späteren französischen König Ludwig XVI. heiratete, nach Frankreich gekommen. Der Segen dieses Gebäcks entfaltet sich natürlich erst richtig, wenn es Freunden und Bekannten geschenkt wird! In manchen evangelischen Gegenden erhalten die Kinder das Martinshörnchen unter der Bezeichnung „Lutherbrötchen“.

© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln

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