(Mätesköppe, Meetesköppe, Martinsfackeln, Martinslampions) Die Lichterumzüge symbolisieren das Martinsfeuer, das sie vielerorts ablösen: Die Lichterumzüge bringen Licht in das Dunkle. In ländlichen Gebieten wurden früher und werden heute noch Martinslampen aus Kürbissen und Runkelrüben (Fruchtleuchten) hergestellt. Es wird ein Deckel abgeschnitten, die Frucht ausgehöhlt, ein Gesicht in die Außenhaut geritzt, eine Kerze eingesetzt und der Deckel wieder aufgesetzt. Die auf einen Stock gespickte oder an einen Stock gehängte Laterne lässt sich einfach herstellen und - bei Bedarf - leicht erneuern. Die Lichterumzüge haben ihr Vorbild in der liturgischen Lichterprozession Lucernarium (d.h. Zeit des Lampenanzündens) während der ersten Vesper am Vorabend eines hohen Feiertages.
© Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti, Köln
